CORDURA® für Fahrradtaschen – Eigenschaften, Wasserdichtigkeit und Vergleich mit Polyester

28-03-2024

Warum gilt CORDURA® als eines der bewährtesten technischen Gewebe für Fahrradtaschen und Outdoor-Gepäck? In diesem Expertenratgeber erklären wir Abrieb- und Reißfestigkeit, die Bedeutung von 500D und 560 dtex, wie der Schutz vor Wasser tatsächlich entsteht und wie sich CORDURA® von beschichtetem Polyester unterscheidet. Aus unserer Erfahrung als Hersteller zeigen wir außerdem, warum die Eigenschaften einer fertigen Fahrradtasche von weit mehr abhängen als nur vom Namen des verwendeten Gewebes.

Zuletzt aktualisiert: 3. Oktober 2026

CORDURA® gehört zu den bekanntesten Familien technischer Gewebe und wird unter anderem für Rucksäcke, Reisegepäck, Outdoor-Bekleidung und Fahrradtaschen eingesetzt. Zu den wichtigsten Eigenschaften zählen eine hohe mechanische Belastbarkeit und insbesondere eine gute Beständigkeit gegen Abrieb und Weiterreißen. Der Name CORDURA® allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Gewebe – oder eine daraus gefertigte Fahrradtasche – automatisch wasserdicht ist.

Die kurze Antwort: CORDURA® kann ein sehr gutes Material für Fahrradtaschen sein. Die Eigenschaften des fertigen Produkts hängen jedoch von der gesamten Konstruktion ab: vom Trägergewebe, von Beschichtung oder Laminat, von der Verbindung der einzelnen Materialteile, von geschweißten oder genähten Nähten, den Befestigungspunkten sowie der Konstruktion des Verschlusses.

Deshalb sollten Fahrradtaschen nicht ausschließlich anhand des Materialnamens auf dem Etikett miteinander verglichen werden. Zwei Taschen aus Geweben der CORDURA®-Familie können sich deutlich bei Gewicht, Wasserschutz, Fertigungstechnologie und vorgesehenem Einsatz unterscheiden.

CORDURA® im Überblick

  • CORDURA® ist eine Familie technischer Gewebe und nicht ein einzelnes Material mit immer identischen Eigenschaften.
  • CORDURA® Classic wird aus hochfestem Nylon 6,6 gefertigt.
  • Die offizielle Geschichte von CORDURA® nennt 1967 als das Jahr der kommerziellen Einführung von CORDURA® Nylon 6,6.
  • CORDURA® Classic ist unter anderem in Ausführungen mit 330D, 500D, 700D und 1000D erhältlich.
  • Zu den wichtigsten Eigenschaften gehören eine hohe Abrieb- und Reißfestigkeit.
  • CORDURA® allein garantiert keine Wasserdichtigkeit.
  • Der Schutz vor Wasser hängt vom konkreten Materialaufbau, von Ausrüstung, Beschichtung oder Laminat sowie von der Konstruktion des fertigen Produkts ab.
  • Bestimmte CORDURA®-Konstruktionen können mit 3D HFW verarbeitet werden, wenn sie über eine dafür geeignete thermoplastische Schicht verfügen.

Was ist CORDURA®?

CORDURA® ist eine Marke, die eine Familie technischer Gewebe umfasst. Diese Materialien wurden für Anwendungen entwickelt, bei denen Haltbarkeit und mechanische Belastbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Sie werden unter anderem für Rucksäcke, Reisegepäck, Schuhe, Arbeitsbekleidung, Outdoor-Ausrüstung und technische Spezialprodukte verwendet.

Eine der bekanntesten Varianten ist CORDURA® Classic. Nach Angaben des Herstellers wird dieses Gewebe aus hochfestem Nylon-6.6-Filamentgarn hergestellt. Durch Lufttexturierung erhält das Garn seine charakteristische textile Struktur. CORDURA® Classic ist in verschiedenen Konstruktionen erhältlich, darunter 330D, 500D, 700D und 1000D.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil „Cordura“ im allgemeinen Sprachgebrauch manchmal so verwendet wird, als handle es sich um ein einziges, genau definiertes Gewebe. Tatsächlich sollten die Eigenschaften eines Produkts anhand der konkreten Spezifikation des verwendeten Materials beurteilt werden und nicht allein anhand des Markennamens.

Die Geschichte von CORDURA® – warum ist 1967 wichtig?

Die offizielle Geschichte von CORDURA® nennt 1967 als das Jahr, in dem CORDURA® Nylon 6,6 kommerziell eingeführt wurde.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Materialfamilie weiterentwickelt und um zusätzliche Konstruktionen für Outdoor-Ausrüstung, Reisegepäck, Arbeitsbekleidung und zahlreiche technische Anwendungen ergänzt.

Das heutige CORDURA® sollte deshalb nicht als ein einzelnes Gewebe verstanden werden, das seit Jahrzehnten unverändert geblieben ist. Es handelt sich um eine kontinuierlich weiterentwickelte Materialfamilie, deren Varianten sich hinsichtlich Faserart, Gewebekonstruktion, Gewicht, Ausrüstung, Beschichtung, Laminat und Einsatzzweck unterscheiden können.

Warum eignet sich CORDURA® gut für Fahrradtaschen?

Fahrradtaschen werden im Alltag und auf Radreisen erheblich beansprucht. Sie werden regelmäßig montiert und abgenommen, beladen, eingerollt, mit Gurten komprimiert und während der Fahrt ständig Vibrationen ausgesetzt. Ihre Oberfläche kann außerdem mit Staub, Schlamm, Ästen und rauem Untergrund in Kontakt kommen.

Für ein Material, das für Fahrradtaschen eingesetzt wird, sind deshalb insbesondere folgende Eigenschaften wichtig:

  • Beständigkeit gegen Abrieb und wiederholte Reibung,
  • Widerstand gegen das Weiterreißen nach einer lokalen Beschädigung,
  • Beständigkeit bei wiederholtem Falten und Biegen,
  • Belastbarkeit durch das transportierte Gepäck,
  • langfristige Nutzung unter wechselnden Bedingungen.

Eine hohe Abriebfestigkeit und gute Reißfestigkeit gehören zu den wesentlichen Eigenschaften von CORDURA® Classic. Dadurch eignen sich entsprechend ausgewählte CORDURA®-Gewebe besonders gut für Reisegepäck und Ausrüstung für Radreisen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes CORDURA®-Gewebe automatisch besser ist als jedes Polyestergewebe. Verglichen werden sollten immer konkrete Materialien, ihre technischen Eigenschaften und die Konstruktion der fertigen Fahrradtasche.

Ist CORDURA® wasserdicht?

Nein. Der Name CORDURA® allein bedeutet nicht, dass ein Gewebe wasserdicht ist.

Diese Unterscheidung gehört zu den wichtigsten Punkten bei der Auswahl eines Materials für Fahrradtaschen. Das Trägergewebe sorgt in erster Linie für die mechanischen Eigenschaften. Eine zusätzliche Beschichtung oder ein Laminat kann die Barriere bilden, die das Eindringen von Wasser begrenzt.

Wie gut eine fertige Fahrradtasche das Gepäck vor Wasser schützt, hängt außerdem von mehreren weiteren Faktoren ab:

  • Aufbau und Eigenschaften des Gewebes,
  • Art der Beschichtung oder des Laminats,
  • Dichtigkeit der Verbindungen zwischen den einzelnen Materialteilen,
  • Ausführung der Schweißverbindungen oder Abdichtung der Nähte,
  • Befestigungspunkte von Haken und anderen Komponenten,
  • Konstruktion von Boden und Ecken,
  • Art des Verschlusses,
  • Zustand des Produkts und korrekte Nutzung.

Zwei Fahrradtaschen aus Materialien mit der Bezeichnung CORDURA® können sich deshalb bei länger anhaltendem Regen völlig unterschiedlich verhalten.

Ausführlicher erklären wir dieses Thema in unserem Ratgeber Was macht Fahrradtaschen wasserdicht? So bleibt Ihr Gepäck trocken.

Wasserabweisendes Gewebe und eine wasserdichte Fahrradtasche sind nicht dasselbe

Ein Messwert, der an einer Materialprobe ermittelt wurde, darf nicht automatisch auf das gesamte fertige Produkt übertragen werden.

Ein Gewebe kann das Eindringen von Wasser sehr wirksam begrenzen, während die fertige Fahrradtasche dennoch potenzielle Eintrittsstellen an Nähten, Befestigungsöffnungen oder einem nicht korrekt geschlossenen Rollverschluss besitzt. Umgekehrt bedeutet eine nasse textile Außenfläche nicht automatisch, dass Wasser bis in das Hauptfach gelangt ist.

Material, Verbindung und fertiges Produkt sind drei unterschiedliche Ebenen der Bewertung. Die Prüfung einer dieser Ebenen sollte nicht als Nachweis für die Eigenschaften der anderen dargestellt werden.

Diesen Grundsatz wenden wir auch bei der Bewertung von Extrawheel Materialien und fertigen Produkten an. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Qualität und Langlebigkeit bei Extrawheel – Materialien, Tests und Fertigung in Polen.

CORDURA® 500D, 1000D und 560 dtex – was bedeuten diese Angaben?

Angaben wie 500D oder 1000D beschreiben die lineare Massendichte beziehungsweise Feinheit des Garns.

Das D steht für Denier. Ein Denier entspricht einer Masse von einem Gramm pro 9.000 Meter Garn.

In europäischen technischen Spezifikationen wird häufig auch die Einheit dtex – Dezitex verwendet. Ein dtex entspricht einem Gramm pro 10.000 Meter Garn.

Die Umrechnung lautet ungefähr:

1 dtex ≈ 0,9 Denier.

Damit entsprechen 560 dtex ungefähr 504D und liegen somit sehr nahe an einer Garnklasse von 500D.

Denier darf jedoch nicht mit der Dicke, dem Flächengewicht oder der Festigkeit des fertigen Gewebes gleichgesetzt werden. Die tatsächlichen Eigenschaften werden zusätzlich beeinflusst durch:

  • Faserart,
  • Festigkeit der Fasern,
  • Gewebekonstruktion und Gewebedichte,
  • Flächengewicht des Materials,
  • Art der Ausrüstung,
  • Beschichtung oder Laminat,
  • Verarbeitungstechnologie,
  • vorgesehenen Einsatzzweck.

Ist CORDURA® 1000D besser als 500D?

Nicht grundsätzlich. Ein höherer Denier-Wert ist kein universeller Qualitätsindikator.

Eine schwerere 1000D-Konstruktion kann eine gute Wahl sein, wenn eine besonders hohe mechanische Belastbarkeit erforderlich ist. Bei Fahrradtaschen müssen jedoch gleichzeitig das Gewicht des fertigen Produkts, die Flexibilität des Materials, seine Formbarkeit und die verwendete Verbindungstechnologie berücksichtigt werden.

Aus konstruktiver Sicht ist es deshalb nicht sinnvoll, automatisch das schwerste verfügbare Gewebe auszuwählen. Das Material sollte passend zum vorgesehenen Einsatz und zu den tatsächlich erwarteten Belastungen gewählt werden.

CORDURA® oder beschichtetes Polyester – was eignet sich besser für Fahrradtaschen?

Es gibt kein einzelnes Material, das für jeden Radfahrer und jeden Einsatzzweck die beste Lösung ist. Sowohl CORDURA® als auch beschichtetes Polyester können sich sehr gut für Fahrradtaschen eignen, weisen jedoch unterschiedliche praktische Eigenschaften auf.

Eigenschaft CORDURA® Beschichtetes Polyester
Oberflächencharakter Meist stärker textil geprägt In der Regel glatter
Abriebfestigkeit Eine der wichtigsten Stärken entsprechend ausgewählter CORDURA®-Gewebe Abhängig von Trägergewebe, Konstruktion und Beschichtung
Reißfestigkeit Hoch bei geeigneten CORDURA®-Konstruktionen Abhängig vom konkreten Gewebe und seiner Konstruktion
Schutz vor Wasser Abhängig von Beschichtung oder Laminat und der gesamten Taschen­konstruktion Abhängig von Beschichtung und der gesamten Taschen­konstruktion
Reinigung Eine textile Oberfläche kann eine gründlichere Reinigung erfordern Eine glatte beschichtete Oberfläche lässt sich nach schlammigen Fahrten meist leichter reinigen
3D-HFW-Schweißen Bei geeigneter thermoplastischer Schicht möglich Bei kompatibler thermoplastischer Beschichtung möglich
Gewicht Abhängig vom konkreten Materialaufbau Abhängig vom konkreten Materialaufbau
Optik Textil und technisch Glatter und technisch

Für Radfahrer, die häufig auf schlammigen Strecken unterwegs sind und ihre Fahrradtaschen regelmäßig reinigen, kann eine glatte Oberfläche aus beschichtetem Polyester besonders praktisch sein. Wer dagegen eine textile Oberfläche bevorzugt und großen Wert auf hohe Abriebfestigkeit legt, kann eine Konstruktion aus CORDURA® bevorzugen.

Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht nur „CORDURA® oder Polyester?“, sondern: Welches Material und welche Konstruktion passen am besten dazu, wie ich meine Fahrradtaschen tatsächlich nutzen werde?

Wenn Sie noch Größe, Konstruktion und Einsatzzweck vergleichen, lesen Sie auch unseren Ratgeber Welche Fahrradtaschen wählen? Empfohlene Modelle für Alltag und Radreisen.

Sind Fahrradtaschen aus CORDURA® leichter?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel.

CORDURA® ist ebenso wie Polyester in vielen Konstruktionen und Flächengewichten erhältlich. Das Gewicht der fertigen Fahrradtasche hängt vom Trägergewebe, von Beschichtung oder Laminat, der Anzahl der Materialteile, dem Befestigungssystem, Verstärkungen, Taschen und weiteren Komponenten ab.

Eine leichte Fahrradtasche aus CORDURA® lässt sich daher durchaus konstruieren. Allein aus dem Materialnamen kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass das fertige Produkt automatisch leichter ist.

Kann CORDURA® mit 3D HFW geschweißt werden?

Ja, aber nicht jede CORDURA®-Konstruktion eignet sich für das Hochfrequenzschweißen.

Beim HFW-Verfahren ist vor allem die thermoplastische Schicht entscheidend, die auf dem Gewebe aufgebracht oder Bestandteil eines Laminats ist. Sie muss geeignet auf das hochfrequente elektromagnetische Feld reagieren und unter Energieeintrag und Druck eine dauerhafte Verbindung ermöglichen.

Technisch präziser ist deshalb folgende Aussage:

„Ein entsprechend aufgebautes CORDURA®-Material mit einer kompatiblen thermoplastischen Schicht kann in Produkten eingesetzt werden, die mit 3D HFW verbunden werden.“

Aus der Bezeichnung CORDURA® allein lässt sich dagegen nicht ableiten, dass ein bestimmtes Material für dieses Schweißverfahren geeignet ist.

Ausführlich erklären wir die Technologie im Beitrag HFW-Schweißen bei Fahrradtaschen – Funktion und Vorteile.

Warum ist das Material nur ein Teil einer Fahrradtasche?

Aus Sicht eines Herstellers ist die Auswahl eines hochwertigen Gewebes lediglich der Ausgangspunkt.

Bei der Konstruktion einer Fahrradtasche müssen mechanische Haltbarkeit, Gewicht, Wasserschutz, Formbarkeit des Materials, Fertigungstechnologie und Befestigungssystem miteinander in Einklang gebracht werden.

Zu den Faktoren, die gemeinsam funktionieren müssen, gehören unter anderem:

  • Aufbau des Trägergewebes,
  • Art der Beschichtung oder des Laminats,
  • Verhalten des Materials beim Schweißen oder Nähen,
  • Geometrie von Boden und Ecken,
  • Anordnung besonders belasteter Bereiche,
  • Montage von Haken und Schienen,
  • Konstruktion des Rollverschlusses,
  • Wiederholgenauigkeit des Fertigungsprozesses.

Genau deshalb können sich zwei Produkte aus Geweben mit demselben Markennamen im realen Einsatz deutlich unterschiedlich verhalten.

CORDURA® in Extrawheel Fahrradtaschen

Extrawheel verwendet CORDURA® in ausgewählten Premium-Konstruktionen unserer in Polen gefertigten Fahrradtaschen. Wir wählen das Material passend zum jeweiligen Produkt und zur vorgesehenen Fertigungstechnologie aus, statt davon auszugehen, dass ein einzelnes Gewebe für jedes Modell die beste Lösung darstellt.

Abhängig von der jeweiligen Konstruktion setzen wir sowohl 3D-HFW-verschweißte Konstruktionen als auch genähte Konstruktionen mit entsprechend geschützten Nähten ein.

Dadurch kann die Fertigungstechnologie an die Eigenschaften des Materials und die vorgesehene Funktion des Produkts angepasst werden, anstatt jede Fahrradtasche auf nur eine einzige Fertigungsmethode auszulegen.

Mehr über Materialauswahl, technologische Versuche, Tests und unsere langjährigen Erfahrungen mit den Produkten erfahren Sie im Beitrag Qualität und Langlebigkeit bei Extrawheel.

Was sagt der Name CORDURA® nicht über eine Fahrradtasche aus?

Die Verwendung eines bekannten technischen Gewebes ist eine wichtige Information, ersetzt jedoch keine vollständige Produktspezifikation.

Der Name CORDURA® allein sagt nicht aus:

  • ob die fertige Fahrradtasche wasserdicht ist,
  • wie das konkrete Gewebe aufgebaut ist,
  • welche Beschichtung oder welches Laminat verwendet wurde,
  • wie wasserdicht das komplette Produkt ist,
  • wie die einzelnen Materialteile miteinander verbunden sind,
  • ob die Fahrradtasche genäht oder geschweißt ist,
  • wie viel das fertige Produkt wiegt,
  • welche Qualität das Befestigungssystem besitzt,
  • ob das Produkt für längeres Untertauchen ausgelegt ist,
  • wie langlebig die gesamte Fahrradtasche unter realen Bedingungen ist.

Bei der Auswahl von Fahrradtaschen sollte deshalb die komplette Konstruktion bewertet werden und nicht nur der Name des eingesetzten Materials.

Wie pflegt man Fahrradtaschen aus CORDURA®?

Bei der Pflege sollten grundsätzlich die Empfehlungen des Herstellers für das konkrete Produkt beachtet werden. Für Fahrradtaschen gelten jedoch einige allgemeine Grundsätze:

  • Schlamm und Staub mit einem feuchten Tuch, Schwamm oder einer weichen Bürste entfernen,
  • aggressive Reinigungsmittel und Lösungsmittel vermeiden, die Beschichtung oder Laminat beschädigen könnten,
  • die Fahrradtasche nach der Reinigung geöffnet vollständig trocknen lassen,
  • den unteren Taschenbereich und die Stellen in unmittelbarer Nähe zum Gepäckträger regelmäßig kontrollieren,
  • darauf achten, dass die Tasche nicht an Laufrad, Reifen, Bremsscheibe oder scharfen Fahrradteilen scheuert,
  • vor längeren Radreisen Material, Befestigungselemente, Verbindungen und Verschluss kontrollieren.

Wann lohnt sich eine Fahrradtasche aus CORDURA®?

Fahrradtaschen aus CORDURA® sind besonders interessant, wenn folgende Eigenschaften wichtig sind:

  • hohe Abriebfestigkeit,
  • häufige und langfristige Nutzung,
  • eine textile Außenfläche,
  • ein günstiges Verhältnis von Haltbarkeit zu Gewicht in einer konkreten Konstruktion,
  • eine technische, textile Optik.

Für längere Radreisen sollte das Material jedoch nicht das einzige Auswahlkriterium sein. Ebenso wichtig sind Volumen, Kompatibilität des Befestigungssystems, Rohrdurchmesser des Gepäckträgers, Verstellbereich der Haken, Geometrie der Tasche, Verschlusskonstruktion, Gewicht sowie die Verfügbarkeit von Service und Ersatzteilen.

FAQ – CORDURA® bei Fahrradtaschen

Ist CORDURA® wasserdicht?

Der Name CORDURA® allein bedeutet nicht, dass ein Gewebe wasserdicht ist. Die Beständigkeit gegen das Eindringen von Wasser hängt vom konkreten Materialaufbau und von der verwendeten Beschichtung oder dem Laminat ab. Bei einer fertigen Fahrradtasche beeinflussen zusätzlich Schweißverbindungen oder abgedichtete Nähte, Befestigungspunkte und die Konstruktion des Verschlusses den Wasserschutz.

Ist CORDURA® Nylon?

CORDURA® bezeichnet eine Familie technischer Gewebe und nicht nur ein einziges Textil. CORDURA® Classic wird aus 100 % hochfestem Nylon-6.6-Filamentmaterial hergestellt. Bei anderen Materialien innerhalb der CORDURA®-Familie sollte immer die jeweilige technische Spezifikation geprüft werden.

Was bedeuten 500D und 560 dtex?

500D und 560 dtex beschreiben die lineare Massendichte beziehungsweise Feinheit des Garns, nicht die Dicke oder Wasserdichtigkeit des fertigen Gewebes. 500D bedeuten 500 Gramm pro 9.000 Meter Garn, während 560 dtex 560 Gramm pro 10.000 Meter entsprechen. 560 dtex entsprechen ungefähr 504D und liegen damit sehr nahe an 500D.

Ist CORDURA® 1000D besser als 500D?

Nicht unbedingt. Ein höherer Denier-Wert bedeutet eine größere lineare Garnmasse, ist aber kein allgemeiner Qualitätsmaßstab. Auch Faserart, Gewebekonstruktion, Flächengewicht, Beschichtung oder Laminat und der vorgesehene Einsatzzweck beeinflussen die Eigenschaften. Bei Fahrradtaschen ist ein schwereres Material nicht automatisch die bessere konstruktive Lösung.

CORDURA® oder beschichtetes Polyester – was sollte ich für Fahrradtaschen wählen?

Beide Materialien können sich sehr gut für Fahrradtaschen eignen. CORDURA® wird besonders wegen seiner Abrieb- und Reißfestigkeit sowie der textilen Oberfläche geschätzt. Beschichtetes Polyester besitzt meist eine glattere Oberfläche, die sich leichter reinigen lässt. Sinnvoll ist deshalb der Vergleich der gesamten Taschen­konstruktion, des Gewichts, der Fertigungstechnologie und des vorgesehenen Einsatzes – nicht nur des Materialnamens.

Fazit – ist CORDURA® ein gutes Material für Fahrradtaschen?

Ja. Richtig ausgewähltes CORDURA® kann ein sehr gutes Material für Fahrradtaschen sein, insbesondere wenn Abriebfestigkeit, Reißfestigkeit und Haltbarkeit bei intensiver Nutzung wichtig sind.

Der Name CORDURA® sollte jedoch weder als automatische Garantie für Wasserdichtigkeit noch als alleiniger Qualitätsnachweis für das gesamte Produkt verstanden werden.

Die Eigenschaften einer fertigen Fahrradtasche entstehen durch das Zusammenspiel mehrerer Elemente:

Trägergewebe + Beschichtung oder Laminat + Konstruktion + Verbindungstechnologie + Verschluss + Befestigungssystem + Fertigungsqualität.

Bei der Auswahl von Fahrradtaschen lohnt es sich deshalb, die gesamte Konstruktion zu beurteilen. Das Material bildet die Grundlage, doch erst das Zusammenspiel aller Komponenten entscheidet darüber, wie sich eine Fahrradtasche über viele Jahre im tatsächlichen Einsatz bewährt.


Technische Quellen

CORDURA® Classic Fabric – offizielle Materialinformationen. Technische Angaben zu hochfestem Nylon 6,6, den Konstruktionen 330D, 500D, 700D und 1000D, Abrieb- und Reißfestigkeit sowie verfügbaren Ausrüstungen, Beschichtungen und Laminaten.

About CORDURA® – offizielle Geschichte der Marke. Quelle zur Entwicklung der Marke CORDURA® und zur kommerziellen Einführung von CORDURA® Nylon 6,6 im Jahr 1967.

Extrawheel – technische Dokumentation und Fertigungserfahrung. Erfahrungen aus der Produktentwicklung zu Konstruktion von Fahrradtaschen, technischen Materialien, 3D HFW, Nähen, Schutz von Nähten und Produkttests.


Über den Autor

Radosław Rakoczy – Mitinhaber von Extrawheel, beteiligt an der Entwicklung und Fertigung von Fahrradtaschen und Taschen fürs Fahrrad, an der Auswahl technischer Materialien, der Weiterentwicklung der 3D-HFW-Technologie, von Befestigungssystemen und Ausrüstung für Radreisen.

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