10 der schönsten Radrouten in Polen – Distanz, Schwierigkeit und praktische Tipps

09-02-2026

Welche Radrouten in Polen lohnen sich besonders? Wir vergleichen 10 außergewöhnliche Strecken – von Velo Baltica und Green Velo über VeloDunajec bis zur Fahrradroute rund um die Tatra. Mit Distanz, Untergrund, Schwierigkeit, Fahrzeit sowie offiziellen Karten und GPX-Daten.

Polen bietet heute sehr unterschiedliche Radrouten: kurze Panorama-Runden um Seen, mehrtägige Strecken entlang der Ostsee und durch Gebirgsregionen sowie Fernrouten mit mehreren hundert oder sogar fast zweitausend Kilometern Länge. Deshalb haben wir die Auswahl nicht ausschließlich nach der Landschaft getroffen. Die folgenden 10 Routen verbinden attraktive Umgebung mit der Möglichkeit, eine reale Tagestour, Wochenendreise oder mehrtägige Radreise sinnvoll zu planen.

Zu jeder Route nennen wir einen konkreten Streckenabschnitt oder den offiziellen Verlauf, die Distanz, den Untergrund, wichtige Hinweise zur Schwierigkeit sowie eine offizielle Karte oder GPX-Quelle. Die in der Tabelle genannten Fahrzeiten sind Richtwerte für eine touristische Reise mit Pausen, Besichtigungen und Verpflegung – nicht für sportliches Fahren.

Wer mehrere Tage unterwegs ist und mehr Ausrüstung transportiert, sollte bereits bei der Streckenplanung an das Gepäcksystem denken. Fahrradtaschen sind besonders praktisch, wenn Kleidung, Übernachtungsausrüstung, Proviant und weitere Gegenstände für mehrere Tagesetappen mitgenommen werden sollen.

10 der schönsten Radrouten in Polen – der schnelle Vergleich

Route Empfohlener Abschnitt und Distanz Schwierigkeit Untergrund Richtwert Fahrzeit
Velo Baltica Świnoujście–Ustka, 235 km leicht überwiegend Asphalt und Pflaster, teilweise Schotter 4–5 Tage
Green Velo Końskie–Sandomierz, 197 km; Hauptroute 1.887,5 km mittel überwiegend befestigt, regional auch Schotter 3 Tage / gesamte Route mehrere Wochen
VeloDunajec Nowy Targ–Nowy Sącz, 114,8 km; gesamte Route 237 km mittel überwiegend Asphalt, lokal Schotter und unbefestigte Wege 2 Tage
Rund um das Stettiner Haff komplette Runde, 296 km mittel Asphalt, Pflaster, Schotter und unbefestigte Wege 5–7 Tage
Weichsel-Radweg Jawiszowice–Szczucin, aktueller Verlauf in Kleinpolen ca. 235 km leicht überwiegend Asphalt, kurze unbefestigte Abschnitte 3–4 Tage
Velo Czorsztyn 30 km mit Fähre / 40 km ohne Fähre leicht / mittel Asphalt 3–4 Stunden
Fahrradroute rund um die Tatra mehr als 250 km ausgebaute Routen je nach Variante Asphalt, Nebenstraßen und einzelne Schotterabschnitte 4–6 Tage für eine längere Variante
Barycz-Tal Radroute Grabówka–Bartniki, 53 km leicht überwiegend befestigte Wege 1 Tag
Adlerhorst-Radweg Częstochowa–Kraków, ca. 190 km anspruchsvoll Asphalt, Schotter, Wald- und Naturwege 3–4 Tage
Route der Westpommerschen Seenplatten Siekierki–Miastko, 336 km mittel ca. 85 % Asphalt bzw. bituminöse Oberfläche 5–6 Tage

Die angegebenen Fahrzeiten dienen der Orientierung. Prüfen Sie vor der Abfahrt immer den aktuellen Verlauf, Baustellen und Umleitungen, Fährverbindungen sowie Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln auf der offiziellen Website der jeweiligen Route.

1. Velo Baltica – mit dem Fahrrad entlang der Ostsee

Velo Baltica ist zwischen Świnoujście und Ustka 235 km lang und bildet in Westpommern einen Teil der internationalen EuroVelo-Routen 10 und 13. Die Strecke gehört zu den besten Möglichkeiten für eine erste mehrtägige Radreise in Polen, wenn man eine attraktive Landschaft mit einem vergleichsweise einfachen Höhenprofil verbinden möchte.

Die offizielle Strecke ist in fünf Hauptetappen gegliedert: Świnoujście–Dziwnówek 52 km, Dziwnówek–Kołobrzeg 59,6 km, Kołobrzeg–Mielno 35 km, Mielno–Darłowo 41,5 km sowie Darłowo–Ustka 46,5 km. Diese Einteilung ist eine gute Grundlage für die Planung einer ersten Etappenreise.

Etwa 60 % der Oberfläche bestehen aus Asphalt, 19 % aus Pflaster, rund 16 % aus wassergebundener Decke oder Naturwegen und etwa 5 % aus Betonplatten. Ein großer Vorteil ist der hohe Anteil von Abschnitten, die vom allgemeinen Autoverkehr getrennt sind. In der Hauptsaison können einige Küstenabschnitte jedoch stark von Fußgängern und anderen Radfahrern genutzt werden.

Für wen? Für Radfahrer, die ihre erste mehrtägige Tour planen, für Familien mit bereits erfahrenen jungen Radfahrern und für Reisende, denen eine gute Versorgung mit Unterkünften, Gastronomie, Geschäften und Bahnanschlüssen wichtig ist.

Karte und GPX: offizielles Radportal Westpommerns – Velo Baltica.

2. Green Velo – die größte Radreise in diesem Vergleich

Der Fernradweg Green Velo spielt in einer völlig anderen Größenordnung. Die Hauptroute ist 1.887,5 km lang; zusammen mit Neben- und Verbindungsrouten umfasst das System mehr als 2.000 km. Der Weg führt durch fünf Woiwodschaften im Osten Polens und muss keineswegs als eine einzige mehrwöchige Reise gefahren werden.

Wer nur ein verlängertes Wochenende zur Verfügung hat, kann beispielsweise den 197 km langen Abschnitt Końskie–Sandomierz wählen. Der Teil in der Region Świętokrzyskie verläuft überwiegend über Asphaltstraßen und ausgebaute Radwege; hinzu kommen einzelne Schotterabschnitte. Unterwegs liegen unter anderem Sielpia, die Umgebung von Oblęgorek, Kielce, Raków, Ujazd und Sandomierz.

Die besondere Stärke von Green Velo liegt nicht in einem durchgehend identischen Untergrund – das wäre auf fast 2.000 km auch kaum möglich. Der Reiz entsteht vielmehr durch die sehr unterschiedlichen Regionen. Die Hauptroute verläuft vom Raum Elbląg über Ermland und Masuren, Podlachien, die Region Lublin und das Karpatenvorland bis in die Region Świętokrzyskie und nach Końskie.

Worauf sollte man achten? Green Velo ist keine durchgehende asphaltierte Fahrradstraße. Untergrund, Infrastruktur und Umgebung wechseln je nach Region. Vor längeren Etappen sollten deshalb der aktuelle GPX-Track, die Oberflächenqualität und Übernachtungsmöglichkeiten geprüft werden.

Offizielle Informationen: Green Velo – offizielles Portal. Beispielabschnitt: Końskie–Sandomierz.

3. VeloDunajec – Podhale, Pieninen und das Dunajec-Tal

VeloDunajec ist als 237 km lange Route von Zakopane nach Wietrzychowice geplant. Sie verbindet sehr unterschiedliche Landschaften Kleinpolens und führt unter anderem durch die Nähe der Tatra, zum Czorsztyn-See, durch die Pieninen sowie in Richtung Stary Sącz und Nowy Sącz.

Für die Reiseplanung ist wichtig: Die gesamte VeloDunajec-Route ist noch nicht überall in einem einheitlichen Standard fertiggestellt. Das offizielle VeloMałopolska-Portal empfiehlt besonders den ausgebauten südlichen Abschnitt zwischen Nowy Targ und Nowy Sącz. Eine ausgearbeitete Verbindung von Bahnhof zu Bahnhof ist 114,8 km lang und eignet sich sehr gut für ein Wochenende.

Landschaftlich gehört diese Route zu den abwechslungsreichsten in Polen. Es gibt allerdings auch kurze steile Anstiege sowie einzelne Schotter- und Naturwegabschnitte. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Umleitungen um noch nicht fertiggestellte oder geplante Teilstücke, da diese teilweise über normale Straßen mit Autoverkehr führen.

Wer nicht mehr als 100 km an einem Tag fahren möchte, kann Nowy Targ–Nowy Sącz sinnvoll in zwei Etappen aufteilen. Dadurch bleibt mehr Zeit für den Czorsztyn-See, die Pieninen und die Dunajec-Schlucht.

Karte und GPX: offizielle Seite von VeloDunajec.

4. Rund um das Stettiner Haff – 296 km durch Polen und Deutschland

Die Route Rund um das Stettiner Haff ist 296 km lang und bildet eine vollständige deutsch-polnische Runde. Sie führt über Szczecin, den Raum des Dąbie-Sees, Wolin und Świnoujście sowie über den deutschen Teil der Insel Usedom, Anklam und Ueckermünde zurück nach Polen.

Die offizielle Strecke ist in sieben Etappen von ungefähr 36 bis 53 km unterteilt. Diese Distanzen eignen sich gut für eine entspannte Radreise, bei der ausreichend Zeit für Besichtigungen, Pausen und die Landschaft des Stettiner Haffs bleibt.

Der Untergrund ist abwechslungsreicher als bei Velo Baltica: Die Route umfasst Asphalt, Pflaster, Schotter und Naturwege. Ein großer Teil der Strecke verläuft außerhalb des allgemeinen Autoverkehrs.

Praktischer Hinweis: Nehmen Sie ein Ausweisdokument mit und prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuellen Regeln zur Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln auf beiden Seiten der Grenze. Bei einer mehrtägigen Reise lohnt es sich außerdem, die Etappen an den verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten auszurichten und nicht ausschließlich an der Kilometerzahl.

Karte und GPX: offizielle Route rund um das Stettiner Haff.

5. Weichsel-Radweg – am besten mit einem konkreten Abschnitt beginnen

Der Weichsel-Radweg soll langfristig den Süden Polens mit der Ostsee verbinden. Die gesamte nationale Strecke sollte derzeit jedoch nicht als ein vollständig fertiggestellter und einheitlicher Radweg verstanden werden. Für eine konkrete Reiseplanung ist es sinnvoller, einen bereits gut ausgearbeiteten regionalen Abschnitt zu wählen – zum Beispiel die Route durch Kleinpolen.

Der aktuelle Verlauf durch Kleinpolen einschließlich der Umfahrungen noch fehlender Abschnitte ist ungefähr 235 km lang und führt von Jawiszowice nach Szczucin. Ein großer Teil folgt dem Weichseltal und Hochwasserdeichen. Viele Kilometer sind vom Autoverkehr getrennt.

Das Höhenprofil ist überwiegend sanft. Es gibt jedoch einzelne kurze steilere Anstiege und einige kurze unbefestigte Abschnitte. Auf längeren Deichstrecken können Geschäfte und Gastronomie weiter auseinanderliegen, weshalb Wasser- und Proviantstopps vorab eingeplant werden sollten.

Unterwegs liegen unter anderem Oświęcim, Tyniec, Kraków und Niepołomice. Weniger erfahrene Radfahrer können problemlos nur einen Teil der Strecke fahren und für die Rückfahrt die Bahn nutzen.

Karte und aktueller Verlauf: Weichsel-Radweg – VeloMałopolska.

6. Velo Czorsztyn – eine der schönsten Tagestouren Polens

Rund um den Czorsztyn-See gibt es zwei grundlegende Varianten. Die einfachere Variante ist etwa 30 km lang und nutzt die Schiffsverbindung zwischen Niedzica und Czorsztyn. Die offizielle reine Fahrzeit beträgt ungefähr drei Stunden. Die zweite Variante ist rund 40 km lang, verzichtet auf die Überfahrt und führt über den Osice-Pass; sie ist entsprechend anspruchsvoller.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Velo Czorsztyn ist allein keine mehrtägige Radroute. Es handelt sich vor allem um eine hervorragende Tagestour, die sich sehr gut mit einer längeren Reise auf VeloDunajec verbinden lässt.

Der besonders attraktive Abschnitt besitzt überwiegend eine sehr gute Oberfläche. Zu den Höhepunkten gehören der Czorsztyn-See, die Burgen in Niedzica und Czorsztyn sowie die Aussicht auf die Pieninen, Gorce und Tatra. Bei der Variante ohne Fähre muss allerdings ein deutlich anspruchsvollerer Anstieg bewältigt werden.

Die Bezeichnung „Velo Czorsztyn“ ist außerdem eher ein gebräuchlicher Name als der offizielle Name einer eigenständigen Route. Vor Ort begegnet man auch der Beschilderung von VeloDunajec und der Radroute rund um den Czorsztyn-See.

Auf dem Extrawheel Blog finden Sie außerdem einen ausführlichen eigenen Beitrag: Velo Czorsztyn – Radroute rund um den Czorsztyn-See.

Karte und GPX: offizielle Routenvorschläge rund um den Czorsztyn-See.

7. Fahrradroute rund um die Tatra – durch Polen und die Slowakei

Die Fahrradroute rund um die Tatra ist nicht nur ein einzelner Radweg, sondern ein ausgebautes Routennetz auf beiden Seiten der Grenze. Das offizielle Projekt umfasst mehr als 250 km ausgebaute Radwege und Radrouten durch Podhale, Orava, Liptau und Zips.

Zu den angenehmsten Abschnitten gehört die ehemalige Bahntrasse von Nowy Targ in Richtung Chochołów und weiter in die slowakische Stadt Trstená. Diese Teilstücke sind asphaltiert, weitgehend vom Autoverkehr getrennt und auch für weniger erfahrene Radtouristen gut geeignet.

Für eine mehrtägige Reise sollte die Route rund um die Tatra als Netz verstanden werden, aus dem anhand der aktuellen Karte eine individuelle Tour zusammengestellt wird. Eine längere Variante kann Podhale, Orava und die slowakische Zips miteinander verbinden. Die tatsächliche Schwierigkeit hängt jedoch von den gewählten Verbindungsstrecken und Nebenstraßen ab.

Gerade hier lohnt es sich, kurz vor der Reise einen aktuellen GPX-Track herunterzuladen. Die einzelnen Teilstücke unterscheiden sich deutlich, und nicht die gesamten 250 km besitzen denselben Standard wie die komfortable ehemalige Bahntrasse.

Karte und Informationen: offizielle Website der Fahrradroute rund um die Tatra.

8. Barycz-Tal – ruhiges Radfahren zwischen Teichen und Natur

Das Barycz-Tal ist eher eine ganze Fahrradregion als eine einzelne Route. Für diesen Vergleich verwenden wir den 53 km langen Radweg durch das Barycz-Tal von Grabówka nach Bartniki.

Nach Angaben der Gemeinde Milicz verlaufen etwa 78 % der Route auf befestigten Wegen. Die Strecke nutzt ruhige Lokal- und Waldwege und verläuft auf fast 20 km gemeinsam mit der Route der ehemaligen Schmalspurbahn. Es gibt einzelne kurze sandige Abschnitte, der überwiegende Teil eignet sich jedoch sehr gut für entspanntes Radtourenfahren.

Die größten Attraktionen der Region sind die Milicz-Teiche, Ruda Sułowska, Wälder, Deiche und das umfangreiche Netz weiterer Fahrradrouten. Wem 53 km für einen ruhigen Tagesausflug zu viel sind, findet mehrere kürzere Alternativen.

Für wen? Für Radfahrer, die ein ruhiges Wochenende suchen, für erste längere Touren mit Gepäck, für Familien sowie für Reisende, denen Naturbeobachtung und Landschaft ebenso wichtig sind wie die gefahrenen Kilometer.

Offizielle Streckeninformationen: Radrouten der Gemeinde Milicz.

9. Adlerhorst-Radweg – die polnische Jura ist nicht flach

Der Rowerowy Szlak Orlich Gniazd, auf Deutsch häufig als Adlerhorst-Radweg bezeichnet, verbindet Częstochowa und Kraków auf ungefähr 190 km. Die Strecke führt durch den Krakau-Tschenstochauer Jura mit Burgen, Burgruinen, Kalksteinfelsen und bewaldeten Höhenzügen.

Im Gegensatz zu Velo Baltica oder dem Weichsel-Radweg handelt es sich nicht in erster Linie um einen glatten und vom Verkehr getrennten Radweg. Die offizielle Strecke wird als anspruchsvoll eingestuft und umfasst Asphalt, Schotter, Wald- und Naturwege sowie zahlreiche Anstiege und Abfahrten.

Die Schwierigkeit sollte deshalb nicht nur anhand der Kilometerzahl beurteilt werden. Durch die ständig wechselnden Höhenmeter können 60 km auf der Jura deutlich anstrengender sein als eine wesentlich längere Tagesetappe auf einem flachen Flussradweg.

Beim Fahren mit Gepäck sind hier eine stabile Befestigung und eine sinnvolle Gewichtsverteilung besonders wichtig. Vor einer anspruchsvolleren Etappe empfiehlt sich eine kurze Probefahrt mit vollständig beladenem Fahrrad, um das Fahrverhalten auf Abfahrten und unebenem Untergrund zu prüfen.

Karte und GPX: Rowerowy Szlak Orlich Gniazd – offizieller Streckenverlauf.

10. Route der Westpommerschen Seenplatten – 336 km durch Seenlandschaften

Die Trasa Pojezierzy Zachodnich R20 ist 336 km lang und beginnt an der Europabrücke in Siekierki. Von dort führt sie durch mehrere Seenplatten Westpommerns in Richtung Miastko. Sie ist besonders interessant für Radreisende, die eine längere Tour in einer ruhigeren Umgebung als an den stark besuchten Ostseebädern suchen.

Etwa 85 % der Route besitzen eine asphaltierte beziehungsweise bituminöse Oberfläche. Der Rest besteht überwiegend aus Schotter, Naturwegen, Pflaster und Betonplatten. Ein erheblicher Teil der Strecke ist vom Autoverkehr getrennt. Besonders angenehm ist der südliche Abschnitt, der teilweise auf ehemaligen Bahntrassen verläuft.

Die offizielle Einteilung umfasst sechs Hauptetappen von ungefähr 44 bis 72 km. Dadurch ergibt sich praktisch von selbst eine sinnvolle fünf- oder sechstägige Radreise, ohne dass jede Tagesetappe vollständig neu geplant werden muss.

Die Strecke führt durch die Seenplatten von Myślibórz, Choszczno, Ińsko, Drawsko und Szczecinek. Sie eignet sich besonders für Menschen, die Seen, Wälder, kleinere Orte und ruhige Abschnitte den stark frequentierten Ferienzentren vorziehen.

Karte und GPX: Trasa Pojezierzy Zachodnich – offizielles Radportal Westpommerns.

Welche Route eignet sich für die erste mehrtägige Radreise in Polen?

Wenn einfache Logistik, gute Infrastruktur und möglichst wenige schwierige Abschnitte im Vordergrund stehen, sind Velo Baltica und der kleinpolnische Abschnitt des Weichsel-Radwegs besonders gute Einstiegsrouten. Bei beiden lassen sich Übernachtungen vergleichsweise einfach planen, Etappen verkürzen und Bahnverbindungen nutzen.

Wer spektakulärere Berglandschaften sucht, sollte VeloDunajec in Betracht ziehen – insbesondere zwischen Nowy Targ und Nowy Sącz. Für einen einzigen Tag gehört Velo Czorsztyn zu den landschaftlich eindrucksvollsten kurzen Radtouren Polens.

Der Adlerhorst-Radweg ist dagegen besser für Radfahrer geeignet, die bereits Erfahrung mit wechselnden Untergründen haben und häufige Anstiege nicht scheuen. Green Velo sollte zunächst in einzelnen Regionen gefahren werden. Erst nach einigen kürzeren Touren lohnt es sich, einen größeren Teil der gesamten Fernroute zu planen.

Wie sollte das Gepäck für eine mehrtägige Radreise vorbereitet werden?

Eine Strecke von 200 oder 300 km bedeutet nicht automatisch, dass sehr viel Gepäck notwendig ist. Entscheidend sind Jahreszeit, Art der Übernachtung, Einkaufsmöglichkeiten entlang der Route und die Frage, ob Campingausrüstung mitgeführt wird.

Wer ein Gepäcksystem zusammenstellt, sollte zuerst die tatsächlich benötigte Ausrüstung festlegen und erst danach das Taschenvolumen auswählen. Im Ratgeber Welche Fahrradtaschen wählen? erklären wir die Unterschiede zwischen kompakten Sets mit 25–30 L und größeren Fahrradtaschen für mehrtägige Radreisen.

Ebenso wichtig wie das Volumen ist die Gewichtsverteilung. Schwerere Gegenstände sollten möglichst tief verstaut werden, und die Last auf der linken und rechten Seite sollte ungefähr ausgeglichen sein. Eine praktische Anleitung finden Sie im Beitrag Fahrradtaschen richtig packen.

Auf einer mehrtägigen Reise muss außerdem mit wechselndem Wetter gerechnet werden. Der Schutz des Gepäcks hängt nicht nur vom Material ab, sondern von der gesamten Konstruktion, den Verbindungen, dem Verschluss und der richtigen Nutzung der Tasche. Mehr dazu erklären wir im Ratgeber Was macht Fahrradtaschen wasserdicht?.

Wie sollte man Karten und GPX-Dateien vor einer Radreise nutzen?

Auch eine gut ausgeschilderte Fahrradroute kann zeitweise Umleitungen, Bauarbeiten, gesperrte Deiche, geänderte Streckenführungen oder saisonale Fährverbindungen haben. Deshalb sollte der GPX-Track vor der Reise möglichst von der offiziellen Website der Route heruntergeladen werden und nicht ausschließlich aus einer mehrere Jahre alten Aufzeichnung eines einzelnen Nutzers stammen.

Bei mehrtägigen Reisen sollten außerdem Unterkünfte, Bahnhöfe, Geschäfte und Möglichkeiten zum Auffüllen von Trinkwasser geprüft werden. Auf Strecken durch dünn besiedelte Gebiete können längere Abschnitte ohne größeren Laden oder Gastronomie durchaus vorkommen.

Wurde die GPX-Datei bereits längere Zeit vor der Reise heruntergeladen, sollte kurz vor der Abfahrt zusätzlich die offizielle Online-Karte geöffnet werden. Dort finden sich häufig aktuelle Informationen über Umleitungen und Sperrungen, die in einer älteren Datei auf dem Navigationsgerät noch fehlen können.

Fazit – die schönsten Radrouten in Polen

Es gibt nicht die eine beste Fahrradroute für jeden. Velo Baltica eignet sich hervorragend für die erste mehrtägige Etappenreise, VeloDunajec verbindet gute Fahrradinfrastruktur mit eindrucksvoller Berglandschaft, Velo Czorsztyn ist eine ausgezeichnete Tagestour und Green Velo kann zur Grundlage einer mehrwöchigen Reise durch den Osten Polens werden.

Wer abwechslungsreichere und anspruchsvollere Untergründe bevorzugt, sollte den Adlerhorst-Radweg wählen. Für Ruhe und Natur bieten sich das Barycz-Tal und die Route der Westpommerschen Seenplatten an. Eine grenzüberschreitende Reise ermöglichen die Fahrradroute rund um die Tatra und die Route Rund um das Stettiner Haff.

Die beste Route ist letztlich diejenige, die zu Kondition, verfügbarer Zeit und persönlicher Art des Reisens passt. Prüfen Sie vor dem Start den aktuellen Streckenverlauf und GPX-Track, teilen Sie die Distanz in realistische Tagesetappen und machen Sie eine kurze Probefahrt mit dem vollständig beladenen Fahrrad.


Informationen zu den Routen geprüft am: 10. Oktober 2026.

Die Angaben zu Distanzen, Untergründen und Streckenverläufen wurden vorrangig anhand offizieller regionaler Tourismus- und Radportale geprüft. Streckenführungen, Umleitungen, Fährverbindungen und Infrastruktur können sich ändern. Prüfen Sie deshalb unmittelbar vor der Reise die aktuelle Karte und die Hinweise des jeweiligen Betreibers.

Über den Autor

Radosław Rakoczy – Mitinhaber von Extrawheel, beteiligt an der Entwicklung und Fertigung von Fahrradtaschen und Fahrradgepäck, an der Auswahl technischer Materialien, an Befestigungssystemen sowie an Gepäcklösungen für Radreisen.

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